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Rosapelikane gehören zu den eindrucksvollsten Wasservögeln im Tiergarten Straubing. Mit einer Flügelspannweite von über 3 Metern zählen sie zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Trotz ihrer Größe sind sie elegante Segelflieger, die sich mühelos von der Thermik in die Höhe tragen lassen. Ihr auffälligstes Merkmal ist der enorme Schnabel: Mit bis knapp einem halbem Meter Länge ist er der längste Schnabel aller Vogelarten. Die dehnbare Hauttasche an seiner Unterseite funktioniert dabei wie ein Kescher. Beim Fangen von Fischen kann ein Pelikan bis zu 14 Liter Wasser aufnehmen, das er anschließend wieder herauspresst, während die Beute im Schnabel zurückbleibt. Ein ausgewachsener Pelikan frisst täglich rund zwei Kilogramm Fisch. Rosapelikane jagen dabei am erfolgreichsten gemeinsam. Sie bilden eine sogenannte Treiberkette: Mehrere Tiere schwimmen nebeneinander, schlagen mit den Flügeln auf die Wasseroberfläche und treiben so die Fische in flachere Bereiche. Dort können sie die Beute mit dem Schnabel aus dem Wasser schöpfen. Dieses kooperative Jagdverhalten ist typisch für Pelikane und zeigt, wie gut sie in Gruppen zusammenarbeiten. Rosapelikane brüten in großen Kolonien, besonders im Donaudelta – einem der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Doch diese Brutplätze sind heute stark gefährdet. Lebensraumverlust, Störungen durch den Menschen und Veränderungen im Wasserhaushalt haben dazu geführt, dass nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Kolonien existiert. Feuchtgebiete wie das Donaudelta stehen auch im Mittelpunkt der aktuellen Kampagne „Wetlands for Life“ des Europäischen Zooverbands. Die Kampagne macht europaweit darauf aufmerksam, wie wichtig Moore, Sümpfe, Flussauen und Deltas für unzählige Tierarten sind – darunter auch für Pelikane. Zoos wie der Tiergarten Straubing tragen dazu bei, dieses Bewusstsein zu stärken und Besucherinnen und Besucher für den Schutz dieser empfindlichen Lebensräume zu sensibilisieren. Rosapelikane sind damit nicht nur beeindruckende Erscheinungen, sondern auch Botschafter für den Erhalt der Feuchtgebiete, die für ihr Überleben unverzichtbar sind.
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