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Einfache Sprache
Stellen Sie sich Hochzeiten so vor? Große Liebe, Junggesellinnenabschied, Polterabend, Standesamt, weißes Brautkleid, Hochzeitstorte und Brautstraußwerfen, bevor es in die Flitterwochen geht? All das, was wir heute mit einer „Traumhochzeit“ verbinden, das war lange Zeit selbst in höchsten Kreisen unbekannt. Im Hochadel wurden Ehen aus politisch-dynastischen Gründen arrangiert. Das Brautpaar – und das gilt meist für beide Seiten, Frauen und Männer – also das Paar hatte wenig mitzureden und sah sich meist bei der Hochzeit zum ersten Mal. Spätmittelalterliche Fürstenhochzeiten basierten auf gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Überlegungen, nicht auf Liebe. Hochzeiten sicherten Friedens- und Waffenbündnisse, legten Landesgrenzen und Besitzverhältnisse fest. Gerade deshalb wurde für solche Fürstenhochzeiten riesiger Aufwand betrieben, damit alle die neuen Machtverhältnisse sehen konnten. Vor allem aber waren Hochzeitsfeiern DIE Gelegenheit für Fürstenhäuser zu friedlichen Treffen, bei denen sich der Hochadel präsentieren konnte: als politisch und gesellschaftlich führende Schicht des Reiches und als familiäres Netzwerk! Und in diesem Netzwerk hatte jede und jeder eine Aufgabe, eine Rolle, die teils Pflichterfüllung war, teils Chancen bot. Am Schachtisch im Nebenraum lässt sich das – wenn Sie möchten – weiter erkunden.
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